Wetterstation
Markneukirchen

Rückblick

Wetterrückblick & Vergleich


Mai 2020
Mai 2021
Mitteltemperatur Niederschlag Sonnenschein
9,9 °C 56,0 l/m² 186,8 Std.
9,1 °C 95,5 l/m² 126,6 Std.


Frühling 2020
Frühling 2021
Mitteltemperatur Niederschlag Sonnenschein
7,4 °C 117,7 l/m² 615,8 Std.
5,3 °C 162,1 l/m² 408,6 Std.


Jahr 2020 (Jan. - Mai)
Jahr 2021 (Jan. - Mai)
Mitteltemperatur Niederschlag Sonnenschein
5,2 °C 235,3 l/m² 710,9 Std.
2,7 °C 286,2 l/m² 534,0 Std.


 RÜCKBLICK FRÜHLING 2021: Jahreszeit tanzt aus der Reihe - Erstmals seit Jahren zu kalt
  Autor: Florian Wunderlich am 01.06.2021 um 09:46 (UTC)
 
In den meisten Fällen trügt uns der subjektive Eindruck beim Wetter, dieses Jahr aber nicht. Was wir wohl alle geahnt und gespürt haben, zeigt sich auch in der Statistik: Der Frühling 2021, also die Monate März, April und Mai waren im Deutschlandmittel erstmals seit dem Jahr 2013 wieder zu kalt ausgefallen. Und nicht nur das: Der Frühling war die erste aller klimatischen Jahreszeiten, die seit acht Jahren oder 31 (!) zu warmen Jahreszeiten in Folge mit einer negativen Temperaturabweichung abschloss. Um dies wieder zu erreichen, müssten von nun an alle Jahreszeiten bis Winter 2028/29 zu warm ausfallen. Auch in Sachen Niederschlag und Sonnenschein war dieses Frühjahr ganz anders als insbesondere die drei vorangegangenen Jahre. Es gab eine übliche Niederschlagsmenge, ganz ohne längere Trockenheit und nach zuletzt einem rekordsonnigen Frühjahr, blieb es dieses Jahr sogar häufiger mal grau.

An der Wetterstation Markneukirchen-Platten kamen die Monate März, April und Mai auf eine mittlere Temperatur von 5,3 Grad und blieben damit 2,1 Grad unterhalb der Klimareferenzperiode von 1991 bis 2020. Weniger stark fiel die Abweichung im Vergleich zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990 aus, hier beträgt diese lediglich -0,6 Grad. Während der März noch durchschnittlich temperiert ausfiel, waren April und Mai durch eine eingefahrene Wetterlage teils deutlich zu kalt. Immer wieder bestimmten sogenannte Troglagen unser Wetter, was bedeutet, dass teils Luft arktischen Ursprung weit nach Süden strömt. Im Mai machte sich dazu der Einfluss zahlreicher Tiefs bemerkbar, die für häufige Niederschläge, vor allem Schauer und Gewitter sorgten. Nur kurzzeitige Strömungsänderungen auf südliche Richtungen brachten Ende März Wärme und zahlreiche Rekorde sowie im Mai sommerliche Temperaturen. Hier wurde dann am 10. Mai mit 27,1 Grad die höchste Temperatur des Frühlings gemessen, am kältesten war es am 06. März mit -8,1 Grad, am Erdboden sogar -11 Grad. Mit insgesamt 41 Frosttagen und 57 Bodenfrosttagen waren dies etwa doppelt so viele wie die Jahre davor.

Wie beschrieben war der Mai durch anhaltenden Tiefdruckeinfluss geprägt und der nasseste Monat des Frühlings, März und April hingegen erreichten nur dreiviertel der üblichen Summe. Insgesamt fielen im Frühling 161,2 Liter auf den Quadratmeter, dies entspricht einem marginalen Plus von knapp 10 Prozent gegenüber dem Mittel 1991 bis 2020, aber einem minimalen Minus von 10 Prozent im Vergleich zu 1961 bis 1990. An 55 der 92 Tage des Frühlings fiel Niederschlag, an 32 Tagen als Schnee. Vor allem im März und April war der Schnee und Graupel häufige Begleiter. An 18 Tagen lag zum abendlichen Messzeitpunkt an der Wetterstation Markneukirchen-Platten Schnee, an 10 Tagen eine geschlossene Schneedecke. Am höchsten lag der Schnee am Ostermontag und Dienstag (05. und 06. April) mit 9 Zentimeter. Letztmals lag dieser am 16. April und Flocken fielen letztmalig am 07. Mai. Den meisten Tagesniederschlag gab es am 12. Mai mit 24,6 Liter pro Quadratmeter.

Was den Gesamteindruck dieses Frühjahrs insbesondere beeinflusst hat, war die oftmals fehlende Sonne. Zwar schien die Sonne in allen drei Monaten etwa gleich viel, allerdings nahm die prozentuale Abweichung später - logischerweise - immer mehr zu. Der März war noch etwas überdurchschnittlich sonnig, April und Mai jedoch nicht mehr. Der Mai war dabei nicht nur prozentual, sondern auch in absoluten Zahlen der sonnenscheinärmste Frühlingsmonat. Insgesamt kamen 408,6 Stunden Sonnenschein zusammen, das bedeutet ein deutliches Minus von 19 Prozent im Mittel der letzten 30 Jahre und ebenso ein Minus von fast 11 Prozent im Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Den meisten Sonnenschein gab es am 30. Mai, einem fast wolkenlosem Sonntag mit 15,4 Sonnenstunden.

Der kühle Frühling hat sich deutlich auf die Vegetation ausgewirkt. Ende Mai ist die Entwicklung der Natur noch immer fast zwei bis drei Wochen je nach Kultur hinter den Vorjahren zurück. Dagegen erstrahlen, anders als in vergangenen Frühjahren, Felder und Wiesen in saftigem Grün. Ob das so bleibt, wird sich zeigen, denn es ist keineswegs sicher, dass das Wetter den Sommer über wechselhaft und kühl bleibt, es kann sich gar komplett drehen und auf den kühlen Frühling, folgt ein heißer Sommer. Letztlich weiß es niemand, auch das Wetter noch nicht.



 

 RÜCKBLICK MAI 2021: Drittes Jahr in Folge zu kalt - Sehr nass und sonnenscheinarm
  Autor: Florian Wunderlich am 01.06.2021 um 09:25 (UTC)
 
Nach dem in diesem Jahr bereits der April deutlich zu kalt ausgefallen ist, hat sich diesem Trend auch der Mai nahtlos angeschlossen. Damit sind erstmals seit Anfang 2018 wieder zwei Monate in Folge kälter als das Klimamittel 1961 bis 1990 ausgefallen. Außerdem war es nach 2019 und 2020 bereits das dritte Mal, dass der Mai etwas zu kalt war. In der Rückschau kam der Mai eher unfrühlingshaft, nass und trüb daher, aber blicken wir auf die Zahlen.

Mit einer Monatsdurchschnittstemperatur von 9,1 Grad war der Mai 2,8 Grad kälter als das Klimamittel 1991 bis 2020 erwarten ließe. Selbst nach dem älteren und etwas kälteren Klimamittel 1961 bis 1990 war der Monat noch 1,5 Grad zu kalt. Dabei war der Mai nach anfänglichem Kaltstart sogar kurzzeitig in Sommerlaune. Pünktlich zum Muttertagswochenende drehte Tief "Hubertus" die Strömung auf Südwest und brachte erstmals in diesem Jahr Temperaturen von über 25 Grad. Am 10. Mai wurde mit 27,1 Grad die höchste Temperatur gemessen, nur wenige Tage davor, am 08. Mai gab es noch Frost und mit -1,3 Grad das Monatsminimum bei der Temperatur. Anschließend bestimmten eher aus Norden kommende Luftmassen unser Wetter, oftmals mit viel Wind, häufigen Niederschlägen, aber recht gleichbleibenden Temperaturen. In der gesamten zweiten Monatshälfte gab es - bis auf einzelne Tage - Höchstwerte zwischen 12 und 15 Grad. Wie bereits erwähnt gab es an der Wetterstation Markneukirchen-Platten im Mai insgesamt 2 Sommertage, aber auch 3 Frosttage und 6 Bodenfrosttage.

Der Tiefdruckeinfluss machte sich hauptsächlich beim Niederschlag sichtbar. Mit insgesamt 95,5 Liter pro Quadratmeter fiel 64 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel 1991 bis 2020 und 33 Prozent mehr als im Mittel 1961 bis 1990. Der niederschlagsreichste Tag war der 12. Mai mit 24,6 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden, dies war die größte Tagessumme seit Jahresbeginn und seit Ende September 2020. In Summe fiel an 19 Tagen messbarer Niederschlag, an 3 Tagen - letztmalig am 07. Mai - auch nochmal Schnee.

Abtrünnig war im prädestinierten Wonnemonat dagegen die Sonne. Mit 126,6 Stunden Sonne entsprach dies einer negativen Abweichung von 39 Prozent im Vergleich zum Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020 und ebenfalls einem Minus von 35 Prozent im Vergleich zum Mittel 1961 bis 1990. Dabei muss man fairerweise noch erwähnen, dass allein am 30. Mai 15,4 und am Folgetag 10,7 Sonnenstunden zusammen kamen und somit das Gesamtbild deutlich aufgehellt wurde. Im vergangenen Jahr schien die Sonne im Mai 186,8 Stunden, ähnlich trüb war es 2019 mit knapp 131 Stunden.

Außerdem war der Mai geprägt von zahlreichen windigen bis stürmischen Tagen. Am 04. und 05. Mai zog das Sturmfeld von Tief "Eugen" über Deutschland hinweg und brachte an der Wetterstation Markneukirchen-Platten eine Spitzenböe von 70,8 Kilometer pro Stunde. Eine weitere stürmische Lage ereignete sich am 22. Mai durch Tief "Marco". Insgesamt gab es im Monat Mai 11 Tage mit Böen über Stärke 6 (>41 Km/h), dagegen nur 4 Tage unter Stärke 5 (<30 Km/h). Im Monatsmittel lag die Windgeschwindigkeit bei 9,0 Kilometer pro Stunde, der höchste Wert seit Dezember 2020.

Welches Bild sich für den Frühling 2021 ergeben hat, lesen Sie mit allen Zahlen im oberen Beitrag.

Der Mai 2021 im Archiv


 

 RÜCKBLICK APRIL 2021: Frühling auf Abwegen - Sehr kalter, aber trockener Monat
  Autor: Florian Wunderlich am 03.05.2021 um 15:07 (UTC)
 
Der April 2021 geht als der kälteste April bundesweit seit dem Jahr 1980 in die Geschichte ein. Mit der eingefahrenen Wetterlage kamen nicht nur kalte Luftmassen, sondern auch häufig nochmal Schnee bis in die tieferen Lagen. Erst gegen Ende des Monats wurde es etwas milder, aber in diesem April war der Frühling wahrlich auf Abwegen.

Recht untypisch für einen Frühlingsmonat gab es an der privaten Wetterstation Markneukirchen-Platten die höchste Temperatur direkt am ersten Tag des Monats mit 19,7 Grad. Den Tiefstwert des Monats gab es am 06. April mit -7,3 Grad, am Erdboden über Schnee sank die Temperatur sogar auf -13,9 Grad. Mit insgesamt 18 Frosttagen und 24 Bodenfrosttagen war der April ungewöhnlich frostig und kalt. Üblich wären rund 8 Frosttage und 15 Bodenfrosttage. Im Monatsmittel lag die Temperatur bei gerade einmal 4,0 Grad und damit war der April nach der neuen Referenzperiode der letzten 30 Jahre 3,6 Grad zu kalt. Zieht man den älteren und kühleren Vergleichszeitraum von 1961 bis 1990 heran, ergibt sich ebenfalls noch eine negative Abweichung von 1,6 Grad.

Beim Blick in den Himmel ließ sich die Sonne im April 144,7 Stunden sehen. Das sind etwa 19 Prozent weniger als im Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020, aber nur 3 Prozent weniger als in der Referenzperiode von 1961 bis 1990. In den ersten beiden Dekaden des Monats war es meist trüb und bedeckt, erst im letzten Monatsdrittel kam mit Hoch "Sandra" die Frühlingssonne zurück. Gerade in der letzten Aprilwoche schien sie oftmals von Sonnenauf- bis -untergang, so beispielsweise am 28. April mit 13,7 Stunden.

Besonders beeindruckend war die Häufigkeit des Schnees im eigentlichen Frühlingsmonat. An 15 Tagen fiel im April Niederschlag an der WS Markneukirchen-Platten, 11 Tage davon als Schnee, Schneeregen oder Graupel. Außerdem lag an 4 Tagen, vom 05. (Ostermontag) bis 08. April, eine geschlossene Schneedecke mit Maximum am 05. und 06. bei 9 Zentimeter. An 8 Tagen lag zum Messzeitpunkt um 21 Uhr (MESZ) Schnee im Stationsmessfeld, mehr als in manch Januar. Trotz reichlich Schnee, blieb es doch zu trocken und damit fällt der April an dieser Stelle ins alte Muster zurück. Denn mit nur 29,7 Liter pro Quadratmeter Niederschlag entspricht dies einem Minus von 25 Prozent gegenüber der neuen Referenzperiode, in der der April ohnehin schon der trockenste Monat des Jahres ist. Vergleicht man den Wert mit der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 beträgt das Minus sogar 48 Prozent. Damit bleibt der April weiterhin der einzige Monat, der in der kompletten Messreihe der WS Markneukirchen-Platten noch nie zu nass ausgefallen ist.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch den Einfluss der kalten Temperaturen auf die Vegetation mit ein paar Zahlen verdeutlichen. Der nachhaltige Vegetationsbeginn kann mithilfe der Grünlandtemperatursumme errechnet werden. Wenn im Frühjahr die Summe von 200 überschritten wird, beginnt sich die Natur nachhaltig zu entwickeln, was bedeutet, dass auch kein Kälteeinbruch diese Entwicklung mehr stoppen kann. In diesem Jahr ist dieser Punkt erst am 18. April erreicht worden, das war 16 Tage später als im Jahr 2020 (02. April). Vergleicht man dies zusätzlich mit dem Klimamittel der Wetterstationen Bad Elster-Sohl und Hof in den zurückliegenden 30 Jahren, war das 11 Tage (07. April) später. Nur nach dem kälteren Mittel von 1961 bis 1990 war der diesjährige Vegetationsbeginn auf den Tag exakt. Es zeigt sich also recht deutlich, dass die Natur inzwischen etwa zwei bis vier Wochen hinterher hängt.

Exkurs: Warum ein kalter Monat mit dem Klimawandel vereinbar ist.
Derart kalte Monate werden durch den Klimawandel zwar deutlich seltener, treten aber von Zeit zu Zeit immer wieder mal auf und sind kein Zeichen gegen den Klimawandel. Das Muster von sogenannten eingefahrenen Wetterlagen, also Wetterlagen, die über Wochen oder gar Monate anhalten, kennen wir bereits bestens aus den vergangenen Jahren. Durch die Abnahme der Temperaturgegensätze zwischen dem Äquator und den Polregionen verlangsamt sich der sogenannte Jetstream. Der Jetstream ist ein Band sehr starker Winde in etwa 10 Kilometer Höhe, der um den gesamten Globus reicht und die Hoch- und Tiefdruckgebiete lenkt. Wenn sich dieses Starkwindband nun zunehmend verlangsamt, bleiben die Druckgebilde länger konstant, die Wetterlage bleibt gleich. Das kann zu wochen- oder monatelanger Hitze, Trockenheit und Dürren führen oder wie in diesem Jahr, wo sich Mitteleuropa auf der "kalten Seite" der Wetterlage befindet, zu langanhaltend kühlen bis kalten Temperaturen.

Der April 2021 im Archiv


 

 RÜCKBLICK MÄRZ 2021: Trockener und sonniger Frühlingsauftakt
  Autor: Florian Wunderlich am 02.04.2021 um 08:24 (UTC)
 
In der Meteorologie zählt der März als erster Frühlingsmonat, kann aber ein breites Spektrum von Spätwinter bis fast Frühsommer abdecken. Der März 2021 war trotz Auf und Ab ein durchschnittlich warmer Monat, zu trocken und deutlich sonniger als üblich.

Der März begann in diesem Jahr mit mildem, frühlingshaften Wetter, so wurde am 02. März beispielsweise eine Temperatur von 14,3 Grad gemessen. Bereits wenige Tage darauf begann jedoch eine sehr wechselhafte und kalte Witterungsphase. Am Morgen des 06. März wurde mit -8,1 Grad die tiefste Temperatur des Monats gemessen, direkt über dem Erdboden ging das Thermometer bis auf -11 Grad zurück. Bis kurz nach dem astronomischen Frühlingsbeginn am 20. März blieb es bei tristem, nasskalten Wetter mit Nachtfrost und Schnee- bzw. Graupelschauern. In den letzten Tagen des März drehte wiederum der Frühling voll auf. So wurde am letzten Tag des Monats eine Temperatur von 22,2 Grad gemessen, ein fast frühsommerlicher Wert. Trotz kalter Monatsmitte erreichte der März im Mittel eine Temperatur von 2,7 Grad, dies entspricht einer minimalen Abweichung von -0,1 Grad gegenüber der neuen Referenzperiode von 1991 bis 2020. Zieht man die ältere Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 heran, war der März gar 1,2 Grad zu warm. Insgesamt gab es noch 20 Tage Luftfrost und 27 Tage mit Bodenfrost, im Gegenzug aber auch 10 Tage mit zweistelliger Tageshöchsttemperatur.

Trotz des sehr wechselhaften und nassen Wetters, die in der Phase vom 08. bis 23. März täglich Niederschlag brachte und damit 16 Tage in Folge, blieb der Monat doch etwas zu trocken. In Summe konnten 36,0 Liter pro Quadratmeter gemessen werden. Das entspricht etwa 74 Prozent dessen, was im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 und 1961 bis 1990 zu erwarten ist. Auch der Schnee war noch ein Thema im Frühlingsmonat. Die höchste Schneedecke wurde mit 5 Zentimeter am 19. März gemessen. An insgesamt 20 Tagen wurde Niederschlag registriert, an 18 Tagen davon fiel Schnee.

Beim Sonnenschein gab es ebenfalls eine Teilung. Monatsanfang und -ende fielen sehr sonnig aus, während die Mitte des Monats weitestgehend trüb ausfiel. Die höchste Tagessumme wurde dabei am 30. März mit 12,5 Stunden gemessen, mehr ist astronomisch um diese Zeit gar nicht möglich. Insgesamt war der Monat mit 137,3 Sonnenstunden überdurchschnittlich sonnig, nämlich 14 Prozent sonniger als in der Referenzperiode von 1991 bis 2020 und sogar 22 Prozent sonniger als im Zeitraum von 1961 bis 1990.

Der März 2021 im Archiv


 

 RÜCKBLICK WINTER 2020/2021: Ein weitgehend normaler Winter und doch extrem
  Autor: Florian Wunderlich am 01.03.2021 um 12:09 (UTC)
 
Die Jahreszeiten in der Meteorologie und Klimatologie umfassen bekanntlich immer volle drei Monate. In die Statistik des Winters zählen somit die Monate Dezember, Januar und Februar. In diesem Jahr kam das Winterwetter erst gegen Weihnachten, zuvor war der Dezember überwiegend mild, trocken und trüb. Pünktlich zu Weihnachten drehte die Strömung und brachte fortlaufend immer wieder Schneefälle und eine ordentliche Schneedecke, die den ganzen Januar hinweg blieb. Während in der ersten Januarhälfte noch winterliche Temperaturen vorherrschten, kamen anschließend kurze Phasen mit starkem Tauwetter und Regenfällen, welche Bäche und Flüsse teils über die Ufer haben treten lassen. Ein erneuter Wintereinbruch, der Anfang Februar durch eine markante Luftmassengrenze zustande kam, brachte erstmals seit vielen Jahren weiten Teilen des Landes eine geschlossene Schneedecke, die sogar für mehrere Tage bestand hatte. Anschließend gipfelte der Winter in einer knapp einwöchigen Kältewelle, welche verbreitet eisige Nächte und Tage zur Folge hatte. Doch das Ende des Winters war schnell besiegelt als Ende Februar Temperaturen von 15 bis teils über 20 Grad reihenweise neue Monats- und Jahreszeitrekorde aufgestellt wurden.

Blicken wir nun auf die genauen Zahlen für Markneukirchen. Während der Dezember noch deutlich zu warm ausgefallen war, blieben der Januar und Februar unter Berücksichtigung der neuen Referenzperiode eher durchschnittlich beziehungsweise leicht zu kühl. Für den gesamten Winter ergab sich daraus eine Mitteltemperatur von -0,6 Grad. Das entspricht einer kaum nennenswerten Abweichung von +0,1 Grad gegenüber der neuen Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990. Die Abweichung zur Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990, welche für die langfristige Beurteilung der Klimaveränderungen wichtig bleibt, beträgt in diesem Winter recht deutliche +1,5 Grad. Die tiefste Temperatur des Winters wurde am 13. Februar mit -18,4 Grad gemessen, die höchste nur 12 Tage später, am 25. Februar mit 17,8 Grad. An 32 Tagen blieb die Temperatur ganztägig im Frostbereich, das sind die sogenannten Eistage, von denen es im Winter 2019/20 nur zwei gab. An 9 Tagen sank die Temperatur sogar in den zweistelligen Frost, was im vorherigen Winter nicht ein einziges Mal vorkam.

Während der Winter im Dezember trocken begann und Ende Februar ebenso trocken endete, lagen dazwischen einige niederschlagreiche Wochen. Im gesamten Winter fiel an 53 Tagen Niederschlag, darunter an 41 Tagen auch als Schnee. Die höchste Tagessumme wurde am 23. Dezember mit 20,7 Liter pro Quadratmeter (l/m²) gemessen. Insgesamt kam eine Niederschlagssumme von 163,7 l/m² zusammen. Dies entspricht mit 101 Prozent fast exakt dem Mittel von 1991 bis 2020 und 97 Prozent des Klimamittels von 1961 bis 1990. An 55 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke, an 4 Tagen eine durchbrochene Schneedecke beziehungsweise Schneereste. Die höchste Schneedecke des Winter wurde am 11. Februar mit 28 Zentimeter gemessen, mehr war es zuletzt im Januar 2019.

Der Dezember und Januar waren dabei sehr trübe Monate. Nur ein geringer Teil der üblichen Sonnenscheindauer des Winters kam überhaupt in diesen beiden Monaten zusammen. Besserung brachte erst der Februar, der einzeln sogar deutlich überdurchschnittlich sonnig war. Die höchste Tagessumme gab es am 21. Februar mit 9,8 Sonnenstunden. Insgesamt kam in den drei Wintermonaten eine Sonnenscheindauer von 142,0 Stunden zusammen. In Bezug auf das neue Mittel von 1991 bis 2020 war das eine negative Abweichung von 11 Prozent und ein Minus von knapp 9 Prozent im Vergleich zu 1961 bis 1990.

Der Winter, auch bekannt als Hauptsaison der Stürme, blieb in diesem Jahr unter seinen Möglichkeiten zurück. Kaum nennenswerte Sturmereignisse gab es von Dezember bis Februar. Die stärkste Windböe wurde an der Wetterstation am 07. Dezember mit 56,3 Kilometer pro Stunde (km/h) gemessen, das höchste Tagesmittel am 27. Dezember mit 21,0 km/h.

Kurz um kann man festhalten, dass der Winter sehr viele Facetten und auch Extreme gezeigt hat, im Großen und Ganzen aber doch recht durchschnittlich ausgefallen ist, zumindest wenn man bei den Temperaturen die neue und auch wärmere Referenzperiode heranzieht.



 

 RÜCKBLICK FEBRUAR 2021: Ein Monat mit extremen Gegensätzen
  Autor: Florian Wunderlich am 01.03.2021 um 12:06 (UTC)
 
Wie ich im Januar-Rückblick bereits geschrieben habe, ist der Februar in unseren Breiten der Monat, der einerseits viel Schnee und Kälte, auf der anderen Seite aber auch die Vorboten des Frühlings hervorbringen kann. Der Februar 2021 hat im Grunde genommen sein ganzes Spektrum an Möglichkeiten ausgeschöpft. Der Monat war in der ersten Hälfte eisig kalt und schneereich, in der zweiten Hälfte brachen durch eine Warmphase dagegen die Februarrekorde am laufenden Band.

Der Monat begann zunächst noch recht mild, so wurden am 03. Februar noch 6,8 Grad Celsius (°C) an der Wetterstation gemessen. Nach einer sehr markanten Luftmassengrenze am ersten Februarwochenende, setzte sich jedoch unter Hochdruckeinfluss die Kälte aus Nordosten durch. So gab es vom 08. bis 15. Februar jede Nacht zweistellige Minustemperaturen und auch tagsüber blieb das Thermometer im Dauerfrost stecken. Die tiefste Temperatur wurde am Morgen des 13. Februar mit -18,4 °C gemessen, direkt über der Schneedecke ging die Temperatur bis auf -25 °C zurück, ein neuer Rekord seit Messbeginn. Einige Tage zuvor, am 10. Februar, wurde mit einem Tagesmaximum von -9,8 °C ebenfalls ein neuer Rekord für die tiefste Tageshöchsttemperatur gemessen. Ab der Monatsmitte verlagerte das Hoch seinen Schwerpunkt von Skandinavien allmählich nach Ost- und anschließend nach Südeuropa. Binnen einer Woche drehte die Strömung von Winter auf Frühling. In der letzten Februarwoche brachen damit die Monatsrekorde ohne Unterlass. Am 23. und 24. Februar wurden an der Wetterstation bereits 16,4 °C gemessen, der alte Rekord von 15,7 °C vom 27. Februar 2019 wurde also schon hier überschritten. Am 25. Februar stieg die Temperatur am Nachmittag sogar auf 17,8 °C, ein Wert der im Jahr 2020 erstmalig am 06. April erreicht wurde. Damit lag zwischen der Tiefsttemperatur vom 13. und der Höchsttemperatur vom 25. Februar ein Unterschied von 36,2 Kelvin (Grad).

Aus all diesen Extremen ergab sich letztlich eine Monatsmitteltemperatur von -1,0 °C. Das ist eine Abweichung von -0,4 Grad gegenüber des neuen Mittels von 1991 bis 2020 und eine Abweichung von +0,9 Grad gegenüber der Referenzperiode von 1961 bis 1990.

Während in der ersten Hälfte des Februars noch die Niederschläge, hauptsächlich als Schnee dominierten, zeigte sich die zweite Hälfte eher trocken. Den meisten Tagesniederschlag gab es am 08. Februar mit 14,7 Liter pro Quadratmeter (l/m²). Am 11. Februar wurde mit 28 Zentimeter die höchste Schneedecke gemessen. Insgesamt fiel im Februar an 15 Tagen Niederschlag, davon an 9 Tagen auch als Schnee. An 17 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke, an 4 weiteren Tagen lagen noch Schneereste im Stationsfeld. Die Gesamtsumme des Niederschlags lag bei 48,2 l/², ein Plus von 10 Prozent gegenüber des Klimamittels der Jahre 1991 bis 2020 und ein marginales Plus von 6 Prozent gegenüber 1961 bis 1990.

Nach trüben ersten Wochen des Jahres, kehrte die Sonne um den 10. Februar aus ihrer vermeintlichen Winterpause zurück und verwöhnte uns anschließend mit reichlich Licht. Trotz starker Trübung durch Saharastaub gab es in der letzten Woche des Monats häufig 8 bis 9 Stunden Sonne am Tag. In Summe brachte es die Sonne im Februar auf 98,2 Stunden. 31 Prozent mehr als im Mittel von 1991 bis 2020 und ein Plus von 36 Prozent gegenüber 1961 bis 1990.

Der Aspekt mit dem Saharastaub beschäftigte uns gleich zweimal im Februar. Bereits Anfang des Monats gab es einen Schwung Sand aus der Wüste, der durch Schneefall aus der Atmosphäre gewaschen wurde und als dünne, gelbe Schicht über dem Schnee zur Geltung kam. Ende Februar gab es erneut über Tage hinweg eine starke Lufttrübung durch Saharastaub über Deutschland und Mitteleuropa, der durch den kräftigen Hochdruckeinfluss - anders als gewöhnlich - in die tieferen Luftschichten gedrückt wurde und somit zu gefährlich hohen Feinstaubkonzentrationen in der Atemluft führte.

Der Februar war bereits das dritte Jahr in Folge geprägt von einer ungewöhnlich starken Warmphase, die Rekorde an vielen Wetterstationen mit langen Messreihen brach. Etwas, das ein klares Zeichen des Klimawandels ist. Wetterextreme, deren Häufigkeit und Intensität zunimmt.

Der Februar 2021 im Archiv


 

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